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Das Informationsportal über Madenwürmer beim Menschen.

Fadenwürmer

Fadenwurm (Trichine, Trichinella)

Fadenwurm (Trichine, Trichinella)

Fadenwürmer / Spulwürmer

Die Fadenwürmer, auch Rundwürmer genannt, gehören zu den Nematoden und präsentieren sich beispielsweise als Maden- oder Spulwurm.

Sie sind in unterschiedlichen Größen vorzufinden und werden von 0,3 Millimetern bis zu einem Meter groß. Im Querschnitt zeigen sie sich rund und langgestreckt, Fadenwürmer sind nicht segmentiert.

Sie bevorzugen verschiedene Lebensräume, wie beispielsweise das Süßwasser oder das Meer. Ebenso findet man Fadenwürmer im Waldlaub, an Sandstränden oder in Bergwerksgruben. Sie leben als Parasiten in Mensch und Tier und Ihr Speiseplan ist außerordentlich vielfältig. Sie fressen gerne Bakterien, Pilze oder Kot. Auch Aas und Vorverdautes findet sich auf ihrem Speiseplan.

Des Weiteren vermehren sich Fadenwürmer sehr unterschiedlich: Man findet hier unter anderem auch selbstbefruchtende Hermaphroditen.

Wie bekommt man Fadenwürmer?

Der Übertragungsweg von Fadenwürmern gestaltet sich unterschiedlich: Es gibt Übertragungen ohne Wirtswechsel und Übertragungen mit einer unterschiedlichen Anzahl an Wirten. Findet eine Übertragung ohne Wirtswechsel statt, entwickeln sich die Larven aus den Eiern im Freien. Die Übertragung erfolgt in diesem Fall über den oralen Weg. Einige Arten werden auch über die Haut übertragen.

Ist bei der Übertragung ein Zwischenwirt vorhanden, findet die Larvenentwicklung im Zwischenwirt statt und die Larven gelangen auf oralem Weg in den Endwirt. Bei zwei Zwischenwirten werden die Larven über Insekten auf Nahrungsmittel übertragen und gelangen durch die Nahrungsmittel über den Mund in den Endwirt.

Übertragung durch Schmierinfektion

Die Eier der Madenwürmer werden meist von Mensch zu Mensch innerhalb der Familie oder in Kindergärten und Schulen durch Schmierinfektion übertragen. Manchmal reicht ein Händedruck aus oder die Eier befinden sich an den Türklinken. Der weibliche Madenwurm legt seine Eier um den After herum ab. Dies geschieht vornehmlich in der Nacht. Die Larven entwickeln sich meist innerhalb der nächsten Stunden. Ein starker Juckreiz entsteht und der Betroffene muss sich kratzen und läuft so Gefahr, dass die abgelegten Eier an seinen Händen kleben bleiben. So überträgt er die Eier auf Dinge und Gegenstände, die auch von anderen Menschen genutzt werden, die sich dann beispielsweise durch infiziertes Spielzeug anstecken. Gerade Kinder sind oft mit Madenwürmern infiziert und stecken nach dem Kratzen nicht selten ihre Hände in den Mund. Dadurch infizieren sie sich immer wieder selbst. Man weiß heute auch, dass Frauen mehr als Männer betroffen sind und auch Jugendliche vermehrt unter Madenwürmern leiden als ältere Menschen.

Schmutziges Gemüse

Beim Spulwurm werden die Eier meist durch schmutziges Gemüse übertragen, beispielsweise über Salat, der mit Fäkalien gedüngt worden ist. Die Eier des Spulwurms überleben in der Erde monatelang.
Die Larven entwickeln sich dann im Darm des Menschen und bohren sich schließlich durch die Darmwand in die Blutgefäße. Sie gelangen über die Leber in die Lunge und über die Luftröhre und den Schluckreflex wieder in den Dünndarm. Nach mehreren Häutungen wachsen in etwa sechs Wochen geschlechtsreife Würmer heran. Der weibliche Wurm produziert jeden Tag etwa 20.000 Eier, die mit dem Kot ausgeschieden werden.

Trichinen

Die Trichinen hingegen kommen vorwiegend in Afrika und der nördlichen Hemisphäre vor. Die Wirte dieser lebensgefährlichen Schmarotzer sind Menschen und Schweine sowie alle Fleischfresser. Der Mensch infiziert sich über trichinöses Fleisch. Die Magensäure löst die Kapsel auf und der Wurm gelangt so in den menschlichen Darm. Im Darm entwickelt er sich zur Darmtrichine und das Weibchen bohrt sich nach der Befruchtung in die Schleimhaut des Darmes ein, um etwa 2.000 junge Würmer zu gebären. Diese durchbrechen die Wand des Darmes, gelangen in den Blutkreislauf, um sich dann im Muskelgewebe zu platzieren. Die Einkapselung dauert ein paar Wochen. Neben starken Muskelschmerzen und Fieber zeigen sich auch Koliken sowie Durchfall. Diese Infektion kann durchaus auch einen tödlichen Verlauf haben. Um eine gesicherte Diagnose zu stellen, werden ein Antikörpernachweis sowie ein mikroskopischer Nachweis notwendig. Liegt eine Infektion durch Trichinen vor, wird dem Betroffenen Mebendazol verabreicht. In Deutschland kommt, durch die Fleischbeschau, eine solche Infektion nur sehr selten vor.

Neben den oben beschriebenen Infektionen gibt es unter der Gruppe der Nematoden in anderen Breiten weitere Parasiten, die Infektionen auslösen. So beispielsweise die „Loa loa“ der mittels Bremsen übertragen wird und nur im tropischen Regenwald vorkommt. Manche Würmer benötigen eine gewisse Temperatur, um sich entwickeln zu können. So auch die Eier der Hakenwürmer, die neben hoher Luftfeuchtigkeit auch mindestens 25 Grad brauchen, damit sich aus den Eiern Larven entwickeln können.

Diagnosestellung

Der Arzt führt zunächst eine Anamnese durch, das heißt, er spricht mit dem Betroffenen ausgiebig über seine Lebensweise, seine Ernährung sowie über die eventuelle Symptomatik. Danach führt das Labor eine mikroskopische Untersuchung des Stuhls durch. Bei dieser Untersuchung werden dann gegebenenfalls die ausgeschiedenen Eier entdeckt. Besteht der Verdacht auf einen Madenwurmbefall, kann der Arzt mittels Abklatsch an der Haut um den After, die Eier nachweisen. Hierzu wird ein Klebestreifen an der Stelle angebracht, die Eier bleiben daran haften und können so unter dem Mikroskop gesichert werden. Ebenso helfen eine Darmspiegelung oder ein Röntgenbild bei der Diagnosestellung. Hier erkennt der Untersucher ganze Spulwürmer und deren Larven, die sich in der Leber oder in der Lunge positioniert haben. Liegt ein Larvenbefall vor, bildet der Körper bestimmte Antikörper im Blut, die dann bei einem Bluttest nachgewiesen werden können.

Behandlung bei Würmern

Zur Behandlung der Würmer werden einerseits Medikamente nötig, andererseits gewinnt das Einhalten hygienischer Maßnahmen oberste Priorität. Medikamentös greift man auf Arzneimittel mit den Wirkstoffen Mebendazol oder Albendazol zurück, die je nach Schweregrad der Infektion eventuell zweimal verabreicht werden müssen. Schlägt das Medikament nicht wie gewünscht an, wird es nach etwa 14 Tagen nochmals verabreicht. In jedem Fall ist nach der Medikamentengabe eine Kotrolluntersuchung wichtig.

Zu unseren Bestsellern

Des Weiteren ist es ratsam, die Fingernägel kurz zu halten, um die „Angriffsfläche“ für die Eier zu minimieren. Nächtliches Kratzen ist zu unterlassen, damit es nicht erneut zu einer Selbstinfektion kommt. Sehr hilfreich ist eng anliegende Unterwäsche. Gerade bei Kindern kommt die Selbstinfektion gehäuft vor. Die Wurmeier haften nicht selten an unterschiedlichen Textilien, wie Unterwäsche, Bettwäsche, Waschlappen und Handtüchern. Sämtliche Wäscheteile sollten mindestens auf 60 Grad gewaschen werden – Kochwäsche wäre am idealsten. Auch das Reinigen des Spielzeugs ist empfehlenswert.
Vorsicht: Manche Betroffene nutzen den Staubsauger zur Entfernung der Eier, dies ist jedoch nicht empfehlenswert, da die Methode nicht zur Beseitigung, vielmehr zur Verbreitung der Wurmeier führt.
Händewaschen bekommt oberste Priorität, besonders nach dem Zubereiten der Mahlzeiten und vor dem Essen ist das Säubern der Hände sehr wichtig.

Prophylaxe eines Wurmbefalls

Wer einen Spulwurmbefall vermeiden möchte, sollte auf die gründliche Reinigung von Gemüse und Salat achten und auch der Händehygiene größte Beachtung schenken. Rohes Gemüse sollte am besten vor dem Essen geschält werden.

Komplikationen beim Wurmbefall

Haben sich mehrere ausgewachsene Spulwürmer angesiedelt, kann es unter Umständen zum Darmverschluss kommen. Außerdem können Spulwürmer auch in den Magen, die Bauchspeicheldrüse oder in den Gallengang gelangen und somit auch dort einen Verschluss auslösen. Im Gallengang kann durch einen Spulwurm der Abfluss der Gallenflüssigkeit gestört sein.

 
Wie man Fadenwürmer behandelt

 

Bildnachweis: © Morphart – Fotolia.com



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