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Fischbandwurm

Eine Ansteckung mit dem Fischbandwurm von Mensch zu Mensch oder deren Exkremente ist durch den zwingenden Wirtswechsel, der bei diesem Bandwurm besteht, nicht möglich. Menschen infizieren sich hingegen durch den Verzehr roher und ungenügend erhitzter Süßwasserfische.

Fischbandwurm

Der Riese unter den Bandwürmern

Man nennt ihn auch Breiter Grubenkopfbandwurm und er zeigt sich in einer Länge zwischen zwei und 15 Meter. Sein Kopfstück verfügt über zwei schlitzförmige Sauggruben, des Weiteren besteht er aus vielen Gliederteilen. Die sogenannten Proglottiden können bis zu 4000 Mal vorkommen. Beim Fischbandwurm handelt es sich um einen Parasit, der im menschlichen Dünndarm lebt. Für den Bandwurm ist ein Wirtswechsel zwingend erforderlich, so wechselt er zwischen dem Endwirt und Zwischenwirten hin und her. Endwirte sind zum einen der Mensch, aber auch fischfressende Säugetiere.

Vorkommen des Fischbandwurmes

Man findet den Fischbandwurm zum einen in den Binnenseegebieten von Europa, bevorzugt in Italien, Schweiz, Nordwestrussland, Finnland, Schweden, Norwegen Polen und den Baltischen Staaten. Ebenso kommt er auch in Amerika und Asien vor.

Der parasitäre Kreislauf des Fischbandwurmes

Der Mensch gilt als Endwirt und scheidet die Eier des Fischbandwurmes mit dem Kot aus. Diese gelangen über das Abwasser in fischreiche Gewässer. Kleinkrebse, sogenannte Zyklopas, dienen als erste Zwischenwirte der Weiterentwicklung. Aus den Eiern haben sich zuvor Corazidien entwickelt, welche von den Kleinkrebsen aufgenommen werden und sich im Verdauungstrakt zu Oncosphären (Larven) weiterentwickeln. Daraus wiederum entsteht der Proceroid, welcher in der Leibeshöhle der Kleinkrebse als Finne im Wartezustand ist.
Süßwasserfische wie Schlei oder Brasse, fressen die Kleinkrebse und dienen als zweite Zwischenwirte. Die Finne tritt durch die Darmwand des Fisches und setzt sich in der Muskulatur fest und entwickelt sich zum Plerozerid. Werden diese Fische von Mensch oder Tier gegessen, reift nach circa zwei bis drei Wochen ein geschlechtsreifer Fischbandwurm heran.

Beschwerden und Nachweis

Richtige Beschwerden kennt man beim Fischbandwurm nicht. Einzig die Größe verursacht in manchen Fällen Magen-Darm-Beschwerden oder führt zum Darmverschluss. Des Weiteren kann eine makrozytäre Anämie auftreten. Dies basiert auf dem Vitamin B12 Mangel, der wiederum durch den großen Bandwurm entsteht.
Besteht der Verdacht einer Ansteckung, ist es ratsam, eine Stuhlprobe mikroskopisch untersuchen zu lassen. Zum einen lassen sich die charakteristischen Eier nachweisen zum anderen sind im Stuhl manchmal auch die vom Wurm abgestoßenen Glieder zu finden.

Behandlung

Die Wirkstoffe Niclosamid oder Praziquantel werden im Falle einer Ansteckung verabreicht und entfernen den Parasiten.

Vorbeugen ist besser als …

Um erst gar keinen Fischbandwurm zu bekommen, ist es wichtig bestimmte Regeln zu beachten. So ist es ratsam, den Verzehr von rohem Fisch (Sushi) zu vermeiden. Ebenso unumgänglich ist es, die Süßwasserfische ausreichend zu garen. Neben dem Garen der Fische eignet sich das Tiefgefrieren ebenso zur Vernichtung der Plerozerkoide. Dazu muss der Fisch bei -18°C 24 Stunden tiefgefroren werden. Bei einer Temperatur von -10°C erhöht sich die Gefrierzeit auf 72 Stunden.



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