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Flußblindheit

Flußblindheit

Unter Flußblindheit, auch Onchozerkose genannt, versteht man eine Tropenkrankheit, die von weiblichen Kriebelmücken übertragen werden. Eigentliches Problem ist aber nicht diese nur ca. 2 mm große Mücke, sondern ein unangenehmer Fadenwurm, den sie durch ihren Biss auf den Menschen überträgt und der sich dann in der Haut des Menschen vermehrt. Da diese kleinen Mücken einen Flugradius von bis zu 150 km schaffen, verbreitet sich Flußblindheit in manchen Landstrichen wie eine Epidemie und macht manche Regionen unbewohnbar. Besonders betroffen sind afrikanische Länder, wie der Kongo oder Nigeria, aber auch der Jemen, Teile Lateinamerikas und das südliche Arabien haben mir dieser Plage zu kämpfen.

Kriebelmücken

Anzutreffen sind Kriebelmücken bevorzugt an schnell fließenden und sauerstoffreichen Gewässern, daher sind fruchtbare Flusstäler besonders beliebte Plätze zur Ei-Ablage. Wird man von einer infizierten Kriebelmücke gebissen, so kann der übertragene Fadenwurm schwerste Krankheitssymptome hervorrufen.

In der  Hornhaut des Auges

Da er sich in der Haut des Menschen vermehrt, ist auch die Hornhaut des Auges ein gern gesehenes Ziel des Fadenwurms. Es kommt zu schrecklichem Juckreiz, schwersten Hauterkrankungen, bleibenden Entstellungen und im schlimmsten Fall zu Blindheit. Leider hat es der Fadenwurm auch nur auf den Menschen abgesehen.

Lebt in Bindegewebsknoten wie ein Wollknäuel

Durch den Biss einer infizierten Kriebelmücke gelangen die Larven des Fadenwurms in die Haut des Menschen. Nach ca. einem halben bis einem Jahr haben sich erwachsene Würmer entwickelt und die Weibchen werden gigantische 30 bis 80 cm lang. In Bindegewebsknoten tief liegender Hautschichten lebt der Fadenwurm wie ein Wollknäuel aufgewunden.

Extremer Juckreiz

Mit einem schier unerträglichen Juckreiz reagiert das Immunsystem dann auf die Parasiten im Körper. Dabei kann es zu optischen Veränderungen der Haut kommen, wie beispielsweise die sogenannte Elefantenhaut oder Leopardenhaut. Die Nachkommen der Fadenwürmer, die Mikrofilarien, dringen dann in andere Hautschichten, in die Augenhäute oder ins Blut vor. Ihre Lebenserwartung beträgt ca. 6 bis 30 Monate, in denen sie schwerste Schädigungen hervorrufen. Gelangen sie in die Augenhäute, so ist eben Erblindung die Folge. Erfolgt ein erneuter Mückenstich, so werden diese Mikrofilarien darüber auf einen anderen Menschen übertragen.
Als Urlauber in solchen Regionen braucht man aber keine übermäßige Angst vor Flußblindheit zu haben. Hierbei handelt es sich nämlich nicht um eine typische Reisekrankheit, sondern eine echte Gefährdung besteht erst, wenn man sich länger als ein Jahr in betroffenen Gebieten aufhält.

Sehr hohe Infektionsrate

Die Infektionsrate ist allerdings extrem hoch. Da erwachsene Würmer bis zu 14 Jahre alt werden können, und vom Immunsystem erst sehr spät zur Kenntnis genommen werden, können sie meist sehr lange vollkommen unbehelligt in der menschlichen Haut verweilen. Der Mensch wird dadurch natürlich auch lange eine aktive Infektionsquelle. Einen Impfstoff oder andere Prophylaxe-Maßnamen gibt es nicht, daher sollte man bei einem längeren Aufenthalt in betroffenen Regionen unbedingt gewisse Vorsichtsmaßnahmen beachten.

Vorbeugung

Regelmäßiges und lückenloses Einreiben der Haut mit Insekten-abwehrenden Mitteln ist eine Möglichkeit sich vor einem Mückenstich zu schützen. Man sollte auf Parfüms und duftende Cremes verzichten und gleichermaßen fließende Gewässer meiden. Ansonsten ist das Tragen längerer und hellerer Kleidungsstücke ratsam. Ergänzend kann man sich mit Fliegengittern vor Fenstern und Türen, sowie mit engmaschigen Moskitonetzen vor den Kriebelmücken schützen.


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