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Das Informationsportal über Madenwürmer beim Menschen.

Parasitäre Würmer können den Menschen heilen

In vergangenen Zeiten infizierten sich Menschen regelmäßig mit unterschiedlichen Parasiten. Band-, Spul- und Madenwürmer stellten bei Infektionen keine Seltenheit dar. Dem heutigen Hygienestandard ist es zu verdanken, dass zumindest in den Industriestaaten, eine Infektion mit Würmern nur noch selten vorkommt. Ein Glück werden nun viele Leser denken, denn nur allein der Gedanke an Parasiten lässt bei vielen Menschen ein Gefühl des Ekels zurück. Dennoch sollen heute bestimmte Parasiten in der Medizin zu therapeutischen Zwecken verwendet werden und einige Ärzte warnen vor der Ausrottung der Würmer.

Therapie mit medizinischem Blutegel

Kann Hygiene krankmachen?
Es wurde festgestellt, dass bestimmte Erkrankungen, in den Regionen, in denen es kaum noch Wurmerkrankungen gibt, vermehrt auftreten. Dazu zählen chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Allergien, Multiple Sklerose und Asthma. Professor Klaus Brehm von der Universität Würzburg erklärt diesen Vorgang folgendermaßen: „Der menschliche Körper hat sich bereits vor Jahrmillionen an die Würmer gewöhnt. Fällt dieser Faktor plötzlich weg, kann das Immunsystem verrücktspielen“.
Im Laufe der Zeit haben Wurmparasiten gelernt, bestimmte Abwehrreaktionen zu unterdrücken, denn nur so ist es ihnen möglich, ohne Störung im Körper des Wirts zu leben. Sie setzen entzündungshemmende Substanzen frei und bändigen dadurch übereifrige Abwehrzellen. Dadurch profitiert nicht nur der Wurm, vielmehr auch der Mensch/Wirt. Kann das Immunsystem hingegen ungehindert walten, ist es durchaus möglich, das es körpereigene oder harmlose Strukturen angreift, was wiederum eine Autoimmunerkrankung oder eine Allergie zur Folge haben kann.
Therapie mit Wurmeiern
So entstand schon vor längerer Zeit die Idee, schwer kontrollierbare Entzündungsprozesse mit Wurmparasiten zu therapieren.
Joel Weinstock vom Tufts Medical Center in Boston ist einer der Mediziner, der sich seit Jahren mit diesem Thema beschäftigt und mittels Studien versucht, Licht ins Dunkle zu bringen. Er verabreichte dafür Morbus Crohn Patienten Eier des Schweine-Peitschenwurms, um zu überprüfen, inwieweit dadurch den Erkrankten geholfen werden könnte.
Eine Mehrzahl der Studienteilnehmer konnte von einer Besserung der Symptome berichten, bei manchen Menschen führte die Therapie sogar zu einem Rückgang der Erkrankung. Joel Weinstock ist der festen Überzeugung, dass die Würmer auch bei anderen Erkrankungen des Immunsystems helfen könnten.
Um eine erfolgreiche Therapie durchführen zu können, kommen allerdings nur bestimmte Arten von Würmern infrage. Dazu zählt der Schweine-Peitschenwurm. Er bevorzugt als Wirt eher das Schwein als den Menschen. Im menschlichen Darm kann er sich schlechter anpassen und der Parasit stirbt ganz ohne Wurmkur nach sechs Wochen von alleine wieder ab. Hat die Behandlung angeschlagen, können neue Wurmeier verabreicht werden.
Und was sagen die Patienten dazu? Die meisten Studienteilnehmer haben die Behandlung fortgeführt, da sie von den Parasiten nichts bemerkt hätten.
Befall mit Schistosomen / Pärchenegel
Laut WHO sind etwa 230 Millionen Menschen mit dem Pärchenegel infiziert, der leider nicht ungefährlich ist. Als Zwischenwirt gilt eine Süßwasserschnecke, von der aus der direkte Weg zum Menschen führt. Die Schistosomenlarve kann nur bis zu 24 Stunden, ohne den Menschen als Wirt, überleben, daher muss alles sehr schnell gehen. Und das tut es auch: Schon ein kurzer Tritt in verseuchtes Wasser kann für eine Infektion genügen.
Betroffen sind die Menschen in Südamerika, Afrika und Asien, da in diesen Ländern die Süßwasserschnecke beheimatet ist.
Haben sich Menschen infiziert, dauert es nur Sekunden, bis die Larve sich in die Haut eingebohrt hat.
Sie setzt ihren Weg dann zu den Blutgefäßen fort und gelangt schließlich von dort aus in die Blase, Lunge, Leber oder in den Darm. Entzündungsprozesse entstehen, welche wiederum Vernarbungen nach sich ziehen. Die Folge für infizierte Menschen hängt von der Größe der Vernarbungen ab: Ist der Befall sehr groß, kann es zum Leberversagen kommen.
Mitbringsel aus dem Urlaub
Wer in den Tropen Urlaub macht, läuft Gefahr sich mit dem Spulwurm zu infizieren. Laut Statistik ist jeder vierte Mensch mit dem Spulwurm infiziert, wobei viele Infizierte davon wenig merken. Diese Infektion tritt am meisten bei den Menschen in der Dritten Welt auf. Die Eier der Parasiten finden sich in der Nahrung, sodass auch Urlauber damit in Kontakt kommen können. Man findet die Eier besonders in Obst, Gemüse und in Wasser. Sind die Larven im Darm angekommen, schlüpfen sie und gelangen dann über das Blut zur Leber und vom Herz zur Lunge. Befinden sie sich in der Luftröhre werden sie abgehustet und verschluckt und gelangen so wieder in den Darm.
Der Fuchsbandwurm
Die Infektion des Fuchsbandwurmes ist bis heute nicht geklärt und man kann einer Ansteckung kaum vorbeugen. In Deutschland erkranken jährlich etwa 50 Menschen an der Infektion mit dem Fuchsbandwurm. Der Parasit ist zwar mittlerweile bekannt, dennoch gestaltet sich eine Behandlung äußerst schwierig. Etwa 90 Prozent der infizierten Menschen, die nicht behandelt wurden, sterben innerhalb von zehn Jahren. Da eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm aber eher seltener vorkommt, hält sich das Ganze in überschaubaren Grenzen.
Eine alveoläre Echinokokkose ist die Folge nach einer Infektion mit diesem Parasiten, das heißt, in der Leber entsteht ein tumorartiges Gebilde. In diesem zystenartigen Schlauchsystem wachsen die Finnen heran. Das Gewebe wächst zerstörerisch und kann Metastasen in anderen Organen bilden.
Harmlose Würmer bei Kindern
Etwa 1,5 Millionen Menschen sind mit dem Madenwurm (Enterobius vermicularis) infiziert. Der harmlose, nur wenige Millimeter große Parasit, findet sich vor allem bei Kindern, er ist auch in Deutschland verbreitet. Lästiger Juckreiz am Anus kann ein Symptom darstellen, da das Weibchen dort die Eier ablegt. Der Madenwurm lässt sich sehr gut therapieren: Eine Einmaldosis Wurmmittel (siehe www.madenwuermer.com) sowie eine gründliche Bettreinigung helfen, den Parasiten schnell zu entfernen.
Der heutige Hygienestandard trägt im Wesentlichen dazu bei, dass Wurmerkrankungen weitaus weniger auftreten als zu früheren Zeiten. Obwohl nicht alle Würmer fatale gesundheitliche Folgen haben, beeinträchtigen sie dennoch das Wohlbefinden der Betroffenen.
Joel Weinstock vertritt nach wie vor die Meinung, dass bestimmte Wurmparasiten in einigen Jahren eine große therapeutische Hilfe darstellen könnten. Außerdem könnten sie helfen Autoimmunerkrankung zu verstehen und hierfür passende Medikamente zu entwickeln.
Bildnachweis: © Gerhard Seybert – Fotolia.com


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