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Rinderbandwurm-Infektion beim Menschen

Die Infektion mit dem Rinderbandwurm ist einerseits abhängig von der Herkunft des Betroffenen sowie andererseits von dessen Ernährungsgewohnheiten. Die Übertragung erfolgt über den Verzehr von befallenem Rindfleisch, wenn das Fleisch roh gegessen wird, wie dies beispielsweise bei Tatar der Fall ist. Ebenso kann der Verzehr von nicht tief gefrorenem und ungarem Fleisch für einen Rinderbandwurm verantwortlich sein. Infektionsfähige Finnenkapseln gelangen über den Rindfleischkonsum in den menschlichen Körper und lösen sich mittels Magensaft auf. Danach heftet sich der Kopf mittels Saugnäpfen an der Darmwand des Menschen fest.

Rinderbandwurm

Damit sich überhaupt ein Bandwurm entwickeln kann, wird ein Zwischenwirt benötigt: Der Zwischenwirt stellt das Rind dar, in dessen Darm sich die Eihäute auflösen und der Embryo sich in die Darmwand bohrt. Von dort aus geht der Weg zur Muskulatur weiter. Bereits nach etwa zehn Wochen ist die Finne infektiös und muss nun, um sich weiter entwickeln zu können, in den menschlichen Darm gelangen.

Die Symptomatik der Rinder-Bandwurm-Infektion

Wer an einer Rinder-Bandwurm-Infektion erkrankt ist, spürt in der Regel keinerlei Symptome. Zeigen sich Beschwerden, sind sie in den meisten Fällen völlig uncharakteristisch. Patienten leiden unter einer Symptomatik, die an Magen-Darm-Erkrankungen oder Gallenwegsleiden erinnern. Betroffene haben manchmal das Gefühl “eines Wühlen im Bauch”, was sich vorwiegend in der Nähe des Nabels bemerkbar macht. Außerdem wurden auch Afterjucken, Erbrechen und Übelkeit beobachtet. Mancher Betroffener leidet auch unter Durchfall und Verstopfung sowie unter spastischen Bauchschmerzen. Des Weiteren können sich Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit und allgemeine Schwäche zeigen. In manchen Fällen wurden auch Schwindelgefühle, Kopfschmerzen und Müdigkeit beobachtet. Zu lebensbedrohlichen Zuständen, wie beispielsweise zu Choleszystitis, Appendizitis und Pankreatitis kommt es sehr selten.

Diagnosestellung

Der Abgang von reifen und beweglichen Proglottiden mit dem Stuhl der Betroffenen ist ein wichtiger Hinweis in der Diagnostik. Leider kann es dennoch zu einer Fehldiagnose kommen, da die Bandwurmglieder auch mit anderen Würmern verwechselt werden können. Um den Nachweis einer Rinder-Bandwurm-Infektion zu sichern, wird eine mikroskopische Untersuchung notwendig. Bluttests werden kaum durchgeführt, da nur bei etwa 40 Prozent aller Bandwurmträgern eine Eosinophilie des Blutes besteht.

Die Behandlung

Beim Befall mit dem Rinderbandwurm wird mit dem Medikament Niclosamid behandelt. Des Weiteren ist eine Behandlung mit Mebendazol sowie Praziquantel ebenfalls möglich.
Niclosamid wird folgendermaßen dosiert: Kinder ab sechs Jahren sowie Erwachsene nehmen vier Tabletten ein. Zwei- bis sechsjährigen Kindern verabreicht man zwei Tabletten und Kleinkinder unter zwei Jahren erhalten eine Tablette. Es besteht die Möglichkeit, die Tabletten mit Wasser aufzulösen, oder sie zu einem Brei zu zerkauen. Die gesamten Tabletten werden nach dem Frühstück eingenommen. Bei Menschen, die unter einer Verstopfung leiden, sollte vor der Therapie mit Niclosamid für eine normale Darmentleerung gesorgt werden.

Die Nebenwirkungen

Wie bei jedem anderen Medikament auch muss mit etwaigen Nebenwirkungen bei der Einnahme von Niclosamid gerechnet werden. Nebenwirkungen zeigen sich von Mensch zu Mensch verschieden, manche Patienten haben gar keine Nebenwirkungen. Sehr selten kommt es nach der Einnahme von Niclosamid zu Leibschmerzen, Übelkeit, Brechreiz und Überempfindlichkeitsreaktionen. Während der Schwangerschaft bedarf es einer strengen Indikationsstellung, dies bezieht sich hauptsächlich auf das erste Schwangerschaftsdrittel.

Wer Praziquantel verordnet bekommt, muss das Medikament in der Regel als Einmaldosis, unzerkaut, während des Essens einnehmen. Die Dosierung richtet sich nach dem Gewicht des Patienten. Eine eventuelle Wiederholung der Behandlung ist nach zehn Tagen möglich. Wer unter einer eingeschränkten Nieren- oder Leberfunktion leidet oder Herzrhythmusstörungen hat, kann das Medikament eventuell nicht einnehmen. Sprechen Sie im Bedarfsfall unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt.
Gelegentlich kann es während der Einnahme von Praziquantel zu Inappetenz, Erbrechen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Leibschmerzen, Benommenheit und Schwindel kommen. Außerdem wurden gelegentlich auch Müdigkeit, Temperaturerhöhungen sowie Urtikaria beobachtet. Während einer Schwangerschaft, insbesondere im ersten Drittel, bedarf es einer strengen Indikationsstellung. Während der Stillzeit muss bis zu 24 Stunden nach dem Beenden der medikamentösen Therapie auf das Stillen verzichtet werden.

Die Fleischbeschau

Die amtliche Fleischuntersuchung ist dafür zuständig, eventuellen Finnenbefall herauszufinden, dennoch kommt es vor, dass trotz der Untersuchung finnenhaltiges Fleisch in den Umlauf kommt. Wird finnenhaltiges Rindfleisch roh verzehrt, kann es zu einer Infektion kommen.

Wie kann der Verbraucher vorbeugen?

Wird das Rindfleisch sachgerecht eingefroren, finden sich keine infektiösen Finnen. Die Hackfleisch-VO gibt vor, dass Hackfleisch sowie Schabefleisch in eingefrorenem Zustand in den freien Verkehr gebracht werden darf. Kauft der Verbraucher eingefrorenes Fleisch (-18 Grad,) hat er die Sicherheit, Fleisch erworben zu haben, das keine lebensfähigen Finnen enthält. Die beste Vorbeugung gegen Rinderbandwürmer, Schweinebandwürmer, Fischbandwürmer usw. ist ganz einfrach der Verzicht auf Fleisch – probieren Sie es aus: https://www.provegan.info/

Wie können Bandwürmer bekämpft werden?

Um den Entwicklungszyklus zu unterbrechen, ist es nötig, die Eieraufnahme bei den Rindern (Zwischenwirt) zu verhindern. Es ist äußerst wichtig, dass der Landwirt und der Tierarzt gut zusammenarbeiten. Bei der Übertragung der Wurmeier sollte man auch den menschlichen Fäkalien, die oft unkontrolliert verbreitet werden, Beachtung schenken. Eine unkontrollierte Verbreitung findet man oft in Erholungsgebieten und Fernstraßen. Es ist durchaus interessant, dass die Eier vom Rinderbandwurm bis 160 Tage auf Weiden und Wiesen überleben können. Etwa 20 Tage überleben sie sogar bei Temperaturen unter fünf Grad. Auch bei der Heugewinnung bleibt die Infektionsfähigkeit erhalten und bis zu 30 Tage sind sie in der Gülle überlebensfähig.
Will man die Wurmeier, beispielsweise im gestapelten Mist vernichten, kommt der Temperatur eine bedeutende Rolle zu. Um eine Abtötung zu erreichen, bedarf es einer Temperatur von 65 Grad, die eine Woche lang bestehen muss. Beträgt die Temperatur 70 Grad, erfolgt eine Abtötung der Eier in wenigen Minuten. Etwa drei Monate dauert die Abtötung im unbeheizten Faulraum der Kläranlage, ist der Faulraum beheizt verringert sich die Zeit auf zwei Monate.

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