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Schweinebandwurm

Durch die konsequente Fleischbeschau ist der Schweinebandwurm in der heutigen Zeit seltener zu finden. So wurden in den USA und in Zentraleuropa meist nur importierte Fälle der Zystizerkose beobachtet.

In den folgenden Ländern ist der Schweinebandwurm endemisch:
Zentral- und Südamerika: Brasilien, Peru, Mexiko, Ecuador und Kolumbien
Asien: Indien, Indonesien und Korea
Afrika: Südafrika, Nigeria und Indien
Europa: Vorkommen von kleinen Herden in Süd- und Osteuropa

Schweinebandwurm

Aussehen

Der Schweinebandwurm besteht aus einem Kopf mit vier Saugnäpfen, einem Rostellum mit doppeltem Hakenkranz und der Gliederkette. Man nennt ihn auch Schweinefinnenbandwurm und seine Glieder sind breiter als lang und zeigen sich nach dem Abstoßen im Stuhl. Er wird bis zu drei bis vier Metern lang und er benötigt als Parasit für seine Entwicklung den Wirtswechsel. Normalerweise besteht ein Pendeln zwischen Endwirt und Zwischenwirt, jedoch hält sich der Schweinebandwurm nicht ausschließlich an diesen Wirtswechsel. Durch Fehlleitung wird der Mensch zum Zwischenwirt und die Larven des Bandwurmes können die Zystizerkose auslösen, was verheerende Folgen nach sich zieht.

Der parasitäre Kreislauf

Die abgestoßenen unteren Glieder des Schweinebandwurms sind mit reifen Eiern besetzt und gelangen über den Stuhl an die Außenwelt. Der Weg der Eier geht über Abwasser und Düngung weiter auf die Schweinehaltungsgelände, wo die Schweine durch die Nahrung die Eier aufnehmen. Im Dünndarm der Schweine schlüpfen aus den Eiern Onkosphären, die in die Darmwand der Tiere wandern und in die Blutgefäße eindringen. Die quergestreifte Muskulatur erreichen sie mittels Blutstrom. Dort wachsen sie zu Metazestoden heran, in denen ein neuer Wurmkopf vorgebildet ist. Dieser Vorgang dauert circa drei bis vier Monate.
Beim Verzehr des infizierten Schweinefleisches setzt sich der vorbereitete Kopf an der Dünndarmwand fest und ein neuer Bandwurm entsteht. Der Wurm stößt bereits nach zwei bis drei Monaten die ersten, mit Eiern besetzten, Glieder ab. Der Schweinebandwurm hat eine Lebenserwartung von mehreren Jahren.

Zystizerkose

Der Mensch ist normalerweise Endwirt, kann aber durch unterschiedliche Auslöser auch zum Zwischenwirt werden. Wird ein Mensch zum Zwischenwirt, kann das Folgen nach sich ziehen, die nicht zu unterschätzen sind.
Über den exogenen Weg kann es zur Fremdinfektion kommen, das heißt, die Eier des Schweinebandwurmes kommen aus dem menschlichen Stuhl an die Nahrung des Menschen. Die Onkosphären gelangen durch die Darmwand ins Blutgefäßsystem.
Die Selbstinfektion erfolgt über den endogenen Weg. In diesem Fall können die Eier bei einem Wurmträger im Darm Onkosphären freisetzen.
Der weitere Weg gestaltet sich wie beim natürlichen Zwischenwirt, dem Schwein, wo die Onkosphären in verschiedene Gewebe wandern und Finnen bilden. Das betroffene Organ wird dadurch massiv geschädigt. Betroffene Organe sind Auge, Herzmuskel, Haut, Muskulatur und das Zentral-Nervensystem.

Ursachen einer Infektion

Durch finnenhaltiges Schweinefleisch, das roh oder halbroh verzehrt wird, besteht die Gefahr sich zu infizieren.
Eine Infektion ist jederzeit wieder möglich, es besteht keine Immunität. Die beste Vorsorge ist eine fleischlose Ernährung. Weitere Infos zu einer gesunden und gefahrlosen Ernährung finden Sie unter: https://www.provegan.info/

Nachweis und Therapie

Der Nachweis erfolgt genau wie beim Rinderbandwurm durch die mikroskopische Untersuchung einer Stuhlprobe.
Auch die Behandlung gleicht der Therapie des Rinderbandwurmes, Niclosamid oder Praziquantel sind die Wirkstoffe der benötigten Wurmkur.
Die Therapie von Zystizerkose erfolgt ebenso mit Praziquantel. Hier sind jedoch auch Behandlungen mit Albendazol in Kombination mit Cortison-Derivaten üblich. Die Erfolgsaussichten hängen sehr stark von der Verkalkung der Zysten ab.



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