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Trichinellose

Trichinellose ist eine lebensmittelbedingte Infektion, die mild bis tödlich verlaufen kann. Sie wird durch Fadenwürmer der Gattung Trichinella ausgelöst. Meist treten plötzlich und unerwartete Epidemien mit mehr als 1000 infizierten Personen auf.

Fleischfresser, Allesfresser und der Mensch befallen

Trichinellose

Seit 1937 wird in Deutschland eine obligatorische Trichienuntersuchung durchgeführt, um die Verbraucher vor gesundheitlichen Folgen zu schützen, da die befallenen Tiere keine Symtome haben. Meistens werden Fleisch- und Allesfresser, aber – aufgrund seiner Ernährungsgewohnheiten – auch der Mensch (von Natur aus ein Früchtefresser) befallen.
Alle warmblütigen Tiere stellen Wirte für die Larven da. Die Haustiere in Deutschland sind kaum noch befallen. Auch ist die Trichinellose selten bei Wildtieren geworden. Sie ist in Deutschland eine überwiegend durch Importe von Fleischwaren auftretende Infektion. Erst die Verdauungsenzyme befreien die Larven aus ihrer Kapsel und beginnen zu wandern und in die Darmwand einzudringen. Nach 24 – 30 Stunden der Infektion werden die Larven zu geschlechtsreifen Würmern. Die Männchen werden nach der Befruchtung absterben. Die Weibchen dagegen bekommen 1000 – 1500 Larven in nur 5 Tagen. Die neuen Larven haben eine Lebensdauer von 7-8 Tagen.
20 Tage wird die enterale Phase andauern, hier treten häufig akute Diarrhöen auf. Über das Lymphgefäßsystem und dem Portalveneblut kommen die Larven nach einigen Stunden in den arteriellen Kreislauf. Die Larven werden in den gut durchbluteten Muskeln heranwachsen. zB. Zwerchfell, Nacken- und Kaumuskulatur, Oberarmmuskel…

Muskelfasern werden zerstört

Dadurch das die Larven in die Muskulatur eindringen, werden die Muskelfasern zerstört. Nach ca. 6 Wochen ensteht eine kapselförmige „ Ammenzelle“ in der die Larven bis zu 30 Jahre überleben können. Die Larven erreichen ihre Infektionsfähigkeit nach 15-21 Tagen nach Infektion. Der Mensch wird als ein sehr empfänglicher Wirt gesehen. Nach ca. 5 Tagen der Ansteckung bekommen betroffene Beschwerden wie schweres Krankheitsgefühl, Schlaflosigkeit, hohes immer wieder auftretendes Fieber, Durchfall, Bauchschmerzen, Mattigkeit. Muskelverhärtungen, Muskelschmerzen bei Bewegungen, Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Ödeme im Gesicht, Kopfschmerzen und eine Tachykardie können vom 9. Tag bis zu 3-4 Wochen nach Ansteckung auftreten. Schwere Komplikationen stellen eine Myokarditis und eine Enzephalitis da.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit beträgt zwischen 5 und 14 Tage und kann bis zu 46 Tage andauern. Eine frühzeitige Behandlung ist immer effektiver. Sie ist nur Wirksam, wenn die Larven sich noch im Darm befinden oder noch am wandern sind. Diese beiden Phasen dauern von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. Die Bahandlung erfolgt mit einem Anthelminikum (Wurmmittel) oder einer Chemotherapie.
Die Chemotherapie kann irreversible Schäden der Muskulatur verringern.
Ein Anthelminikum ist zum Beispiel Mebendazol und Albendazol welche 14 Tage eingenommen werden müssen und für Schwangere und Kinder nicht geeingnet sind. Diese Erkrankung ist Meldepflichtig beim Gesundheitsamt nach dem Infektionschutzgesetz. Um eine Trichinellose vorzubeugen, empfehlen wir auf den Verzehr von Fleisch zu verzichten.
Bildnachweis: © Morphart – Fotolia.com


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