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Trichinen / Trichinellose

Trichinen sind Fadenwürmer, die nur wenige Millimeter lang sind und sich als Parasiten fleischfressende bzw. allesfressende Wirte suchen. Bei dem sogenannten Wirtswechsel ist es den Trichinen egal, um welche Spezies es sich handelt. Wichtig ist alleine der Wirtswechsel an sich, und ob es dabei um einen Hund oder einen Menschen geht, ist völlig gleichgültig. Für Trichinen ist lediglich relevant, dass der natürliche Kreislauf vom Fressen und Gefressenwerden aufrechterhalten wird. Die Trichinellose gehört zu den häufigsten Wurmerkrankungen des Menschen weltweit (wenn in Deutschland auch selten). Dabei wird der Erreger Trichinella spiralis über Fleisch aufgenommen.

Verbreitung von Trichinen

Hauptsächlich anzutreffen sind Trichinen auf der nördlichen Welthalbkugel, aber auch in Asien, Afrika, Australien und Lateinamerika gibt es Endemiegebiete. Dank einer konsequenten Fleischbeschau in Europa ist in den letzten Jahrzehnten das Risiko drastisch gesunken – es ist aber weiterhin vorhanden!
Regulär trifft man auf Trichinen, wenn man sich den natürlichen Zyklus zwischen Wild und Raubtieren betrachtet, also wieder das typische Muster des Fressens und Gefressenwerdens. Doch es gibt auch durchaus Zyklen, bei denen der Mensch und seine landwirtschaftlichen Nutztiere eine große Rolle spielen.

Infektion mit Trichinen durch den Verzehr von Fleisch

Trichinenhaltiges Fleisch wird beispielsweise von einem Menschen oder einem fleisch- bzw. allesfressenden Tier verzehrt. Durch den Verdau des umliegenden Fleischgewebes werden die eingekapselten Larven freigesetzt.
In der Schleimhaut-Auskleidung des Dünndarms siedeln sich diese Larven dann an und durchlaufen innerhalb weniger Tage insgesamt vier Häutungen, bis sie schlussendlich zu geschlechtsreifen Würmern werden.
Die Männchen sterben direkt nach der Paarung ab und die Weibchen leben noch ca. 4-6 Wochen, bis sie um die 500 bis 1.500 neue Larven gelegt haben. Durch Passierung der Darmschleimhaut gelangen die frischen Larven in die Blut- und Lymphgefäße des Organismus und lassen sich vom Blutstrom in andere Organe und Gewebe des Wirtskörpers treiben. Destination dieser Reise ist eigentlich die Skelettmuskulatur, denn nur dort können sich die Larven weiterentwickeln. Diese Reise dauert ungefähr eine knappe Woche und im Muskelgewebe angekommen, kapselt sich die Larve ein. Ungefähr nach 1 bis 1,5 Monaten ist eine ovale bis zitronenförmige Kapsel das Resultat, die immer weiter verkalkt. In dieser Verkapselung wartet der Parasit darauf, dass sein derzeitiger Wirt gefressen wird und dadurch der Zyklus von vorne beginnt mit der Freilegung der Larven, die in dieser Kapsel jahrzehntelang infektiös bleiben. Umwelteinflüsse können den eingekapselten Larven so kaum etwas anhaben und sie warten geduldig auf einen neuen Wirt.

Kontaminierte Fleischprodukte und Schmierinfektionen

Es gibt zwar hohe Hygienevorgaben und Fleischbeschauungen im Schlachtablauf, dennoch kommen Infektionen mit Trichinen immer wieder vor. In der Massentierhaltung leben und sterben allein in Deutschland mehr als 750 Millionen Tiere pro Jahr.  Dass kontaminierte Fleischprodukte oder Schmierinfektionen hier vorkommen müssen, ist wenig verwunderlich. Abgetötet werden diese Fadenwürmer in der Regel durch ausreichende Erhitzung oder durch Tiefkühlung. Geschehen derartige Behandlungen mit von Trichinen infiziertem Fleisch nicht, so können durch Verzehr die Larven in den menschlichen oder tierischen Organismus gelangen. Fleisch, welches lediglich getrocknet oder gepökelt wird, birgt ebenfalls die Gefahr, von Trichinenlarven befallen zu sein.

Symptome einer Infizierung mit Trichinen (Trichinellose)

Symptome, die bei einer Infizierung mit Trichinen auftreten, hängen von der Menge der aufgenommenen Larven ab und variieren je nach Voranschreiten des Befalls. Nach ungefähr einer Woche kann der Patient über Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall und leichtem Fieber klagen.
In der nächsten Phase kann es zu Hautrötungen, Muskelschmerzen, Muskelsteifheit, Fieber, rheumatischen Beschwerden und allergischen Reaktionen kommen. Anhand eines Blutbildes lassen sich charakteristische Veränderungen feststellen und im Serum sind bestimmte Enzymwerte auffallend erhöht.
Wird eine Infektion mit Trichinen ärztlich behandelt, so geschieht dies auf Basis einer chemischen Therapie. Albendazol und Mebendazol sind dabei die Wirkstoffe, die nicht unüblich mit Cortison-Abkömmlingen kombiniert werden, um eine allergisch-entzündliche Reaktion auf den Parasiten in seinem Körper zu unterdrücken.
Regulär erholt sich der Körper danach wieder vollständig. Es kann aber auch zu Langzeit-Reumasymptomen kommen, die nicht mehr verschwinden.
Kommt es bei einer Trichineninfektion zu Komplikationen, so sind die möglichen Folgen eine Herzmuskelentzündung, Hirnhautentzündung und im schlimmsten Fall endet der Krankheitsverlauf tödlich.

Einer Infektion vorbeugen

Bei tiefgefrorenem Fleisch (mindestens -30 °C für mindestens 24 Stunden) und bei richtig erhitztem Fleisch (mindestens 60 °C) sterben die Larven zwar normalerweise ab. Vermieden werden sollte der Verzehr von gepökeltem, getrockneten oder halb-rohem Fleisch, wie beispielsweise Steaks medium oder Tatar. Um eine Infektion mit Trichinen zu verhindern, sollte man ganz einfach auf den Verzehr von Fleisch verzichten. Besser ist es sowieso, da eine vegetarische bzw. insbesondere eine vegane Ernährung sehr viel gesünder ist. Weitere Informationen und Studien zur gesündesten Ernährung: https://www.provegan.info/


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